Die Rose von Jericho –
ein Bild in Zeiten von Corona

Die folgende Arbeitshilfe möchten wir Ihnen gerne aus aktuellem Anlass zur Verfügung stellen.

Vorbereiten:

  • Trockene Rose von Jericho
  • Schale für die Rose
  • Warmes bis heißes Wasser
  • Leise Musik im Hintergrund (wenn gewünscht)
  • Evtl. eine Kerze anzünden

Ablauf:

Da liegt sie vor mir
Klein und unscheinbar
Ein wirres Knäuel
Vertrocknet
Leblos – beziehungslos 

Die Rose von Jericho

Mir drängt sich ein Vergleich auf in diesen schweren Tagen:
Wie beim Corona-Virus –
Klein – viel, viel, viel kleiner und unscheinbar
Lange unerkannt, weil es nicht sichtbar ist
Macht sich lange Zeit nicht bemerkbar
Extrem vergrößert ist es einem Knäuel gleich
Es macht einsam
Es (zer-)stört die sozialen Kontakte
Es legt unser Leben lah
Es macht unseren Alltag beziehungslos
Es stürzt Menschen und Staaten in tiefe Krisen
Es bringt Menschen zur Verzweiflung, macht sie hoffnungslos und depressiv
Es bringt unzähligen Menschen einen schmerzhaften Krankheitsverlauf 
Es kostet Menschen das Leben
Sie werden leb-los – sterben 
Die Rose von Jericho – scheinbar tot – ist doch voller Leben.
Ich kann und darf über dieses Wunder staunen

(legen Sie die Rose in die Schale und gießen Sie warmes oder auch heißes Wasser über sie. Beobachten Sie nun einige Minuten, was geschieht, Sie werden verwundert sein)

Kaum mit Wasser benetzt, erwacht die Rose von Jericho zu neuem Leben

Sie öffnet sich langsam und wird mehr und mehr grün

Viele Menschen nennen sie deshalb auch Auferstehungsblume

Was hilft Ihnen aus der Lethargie/Verzweiflung/Hoffnungslosigkeit/Angst  herauszutreten und Kraft zum (Über-)Leben zu finden?

Was kann unsere Lebenskräfte stärken?

Was belebt mich mit neuer Kraft und lässt mich wieder aufblühen wie die Rose?

Trotz zahlreicher Einschränkungen ist Vieles nicht abgesagt und kann neue Kraft, Mut und Hoffnung schenken:

Sonne ist nicht abgesagt – machen Sie einen Spaziergang
Beziehungen sind nicht abgesagt – telefonieren und schreiben Sie
Liebe ist nicht abgesagt – überraschen Sie ihre Liebsten
Lesen ist nicht abgesagt – gönnen Sie sich ein Buch, das gut tut
Zuwendung ist nicht abgesagt – nehmen Sie sich Zeit für einen Menschen
Musik ist nicht abgesagt – hören Sie Musik; besser: machen Sie selbst Musik
Phantasie ist nicht abgesagt – planen Sie schöne Dinge nach der Krise
Freundlichkeit ist nicht abgesagt – seien Sie freundlich, wen immer Sie treffen
Hoffnung ist nicht abgesagt – machen Sie sich einen ‚Plan B‘
Beten ist nicht abgesagt – versuchen Sie es (wieder) – er hört Sie

… seien Sie kreativ, es gibt noch viel mehr Möglichkeiten

Ein Mutmachtext der Bibel ist Psalm 121: Unterwegs unter Gottes Schutz

Ich schaue hinauf zu den Bergen –
    woher kann ich Hilfe erwarten?
Meine Hilfe kommt vom Herrn,
    der Himmel und Erde gemacht hat!
Der Herr wird nicht zulassen, dass du fällst;
    er, dein Beschützer, schläft nicht.
Ja, der Beschützer Israels
    schläft und schlummert nicht.
Der Herr gibt auf dich acht; er steht dir zur Seite
    und bietet dir Schutz vor drohenden Gefahren[a].
Tagsüber wird dich die Sonnenglut nicht verbrennen,
    und in der Nacht wird der Mond dir nicht schaden.
Der Herr schützt dich vor allem Unheil,
    er bewahrt dein Leben.
Er gibt auf dich acht, wenn du aus dem Haus gehst
und wenn du wieder heimkehrst.
    Jetzt und für immer steht er dir bei!

Gerne können Sie diese besinnliche Zeit mit der noch folgenden Begebenheit ausklingen lassen oder sie später bedenken.

Kommen Sie gut und gesund durch diese Krisenzeit, das wünscht Ihnen Ulrich Frey, Gemeindereferent


„Ich überlebte – dank der Rose von Jericho!“

Ein Mann war mit einer Gruppe unterwegs in der Wüste. Plötzlich brach ein Sandsturm los, so stark, dass keiner mehr den anderen erkennen konnte. Jeder war auf sich selbst gestellt.
Als der Sturm nachließ, stellte der Mann fest, dass er seine Gruppe verloren hatte. Er war allein. Nichts kam ihm mehr vertraut vor. Der Sturm hatte alle Spuren verweht. Nur die Sonne war an ihrem Platz und half ihm, die Richtung zu bestimmen. Schon nach kurzer Zeit quälte ihn der Durst. Mit aller Kraft versuchte er, vorwärts zu kommen. Doch je länger er unterwegs war, umso mutloser wurde er. Sand – nichts anderes umgab ihn. Erbarmungslos brannte die Sonne auf alles Leben, das sich regte.
Allmählich spürte der Mann, dass ihn seine Kräfte verließen. Wenn ich nicht bald etwas zu trinken finde, muss ich sterben, dachte er und schleppte sich weiter. Bis zum Abend fand er kein Wasser und keinen Menschen und war kurz davor, aus Verzweiflung aufzugeben. Erschöpft sank er nieder.
Da spürte er neben sich eine Pflanze. Vorsichtig tastete er sie ab. Sie war ganz vertrocknet und hart. Hässlich grau ragte sie aus dem sandigen Boden. Voller Abscheu sah sich der Mann das einzige Lebewesen neben sich an. So wird es mir auch bald ergehen, dachte er. Verdorren wird alles Leben in mir. Die Pflanze zeigt mir mein Schicksal.
Noch einmal wollte er sich aufraffen, doch er konnte keinen Schritt mehr gehen. Er schlief ein. Wirre Träume quälten ihn. Gegen Morgen wachte er fröstelnd auf. Die Nacht war kalt und sternenklar gewesen. Ihn fror. Wie mag es meiner Nachbarin, der Pflanze, gehen, dachte er und tastete nach ihr. Doch was war das? Sie fühlte sich ganz anders an als vorher. Erstaunt betrachtete sie der erschöpfte Mann. Die Pflanze hatte sich verändert: sie war grün geworden und hatte Ästchen und Zweige wie eine Rose entfaltet. Der Tau der Nacht hatte dies bewirkt. Nur ein wenig Feuchtigkeit hatte so viel Leben entstehen lassen. „Gestern warst du für mich die Ankündigung des Todes“, rief der Mann. „Willst du mir heute Mut machen zum Leben?“ Vorsichtig grub er die Pflanze aus. „Du kommst mit! Immer will ich dich spüren und sehen können. Wenn ich mutlos werde, sollst du mir Hoffnung geben!“
Der Verdurstende schleppte sich weiter vorwärts. Oft war er völlig mutlos, doch er gab nicht auf. Immer wieder sah er seine Pflanze an und richtete sich wieder auf.
Schließlich fand ihn eine Karawane. Menschen gaben ihm zu trinken und pflegten ihn. „Ohne die Pflanze hätte ich aufgegeben“, stammelte er mit dürren Lippen. „Nur wer Hoffnung hat, kann kämpfen. Sie gab mir immer wieder Hoffnung.“ Die Beduinen lächelten. Sie kannten die „Rose von Jericho“ und ahnten, was er sagte, obwohl sie seine Sprache nicht verstanden.
Solange der Mensch nur einen Funken Hoffnung auf Leben entfachen kann, ist er bereit zu kämpfen und hat die Kraft und den Mut, größere Durststrecken zu ertragen.

Diese Erzählung wird in der Hospizbewegung und in der Trauer-Begleitung eingesetzt.


Die Rosen von Jericho können Sie zu interessanten Staffelpreisen bei der Aktion „Schenken und Helfen“ bestellen. Sie bietet Ihnen auch eine Fülle an weiteren erprobten und bewährten (liturgischen) Materialien und Arbeitshilfen zum Einsatz der Rose von Jericho an, die laufend erweitert werden. Sie sind auf CD-Rom erhältlich. Bitte fordern Sie die aktuelle Material- und Bestell-Liste an: Aktion Schenken und Helfen, Gemeindereferent Ulrich Frey, Seußener Straße 4, D-95659 Arzberg-Röthenbach, E-Mail: info@schenken-und-helfen.de, Tel. 09233-713181 (AB), Fax 713182. Ausführliche Informationen finden Sie auf  den Internet-Seiten unter www.schenken-und-helfen.de.